Bulle

-2007-

Hüt am Gümpelimittwoch Obed,
wo überall scho d’Fastnacht tobed,
und öppe eine s’Gwüsse ploged,
will er sich z’wiit uf’s Glattis gwoged,

 

Erklär ich wieder eimol meh
im Name vo de FGW,
de Wiler Bögge gross und chli:
Offiziell söll si hüt eröffnet si !

 

Als Herold isch es mini Pflicht,
z’verläse de närrisch Johrespricht;
deshalb ihr liebe Wiler Narre
hau is öppe eim an Charre !

 

Im erschte Spruch, de gross Fauxpa,
chunt de Wiler Turmbau dra !

 

De Turmbau

Z’Wil, noch hundert Jöhrli plane,
stellt me en Turm neb d’Antenne ane !
Es schös Projekt, ich mag’s eu gune,
vo noch und fern chömed’s go stune !

 

Nu, s’Organisiere isch kein Klax,
wem säg ich das, gell Forschter Max !
Zerscht hät er Bäum gfällt, üsen Clon,
i üsere schöne Waldregion !

 

Und denn sofort, will’s hät pressiert,
s’Holz uf de Hofberg transportiert !
Döt d’Douglasie, d’Fichte, d’Tanne,
rüert me eifach emol lieblos ane !
Do chunt de Stieger uf de Platz,
rüeft us, diä Arbet seg für d’Chatz !
De Forschter chas fascht nöd verwinde,
dass me s’Holz zerscht mues abbinde !

 

Doch de Guido git kei Rue:
„Bring d’Stämm sofort zum Egli ue !“
So de Forschter, chaibe Schmarre,
mues diä Rügel in Stelz ue charre !

 

Döt wird gschaffet a dem Holz,
denn seit de Stieger voller Stolz:
„Max, d’Stämm sind fertig adaptiert,
lueg das me’s in Berg ue disloziert !“

 

Und s’dritti Mol, händ diä en Schade,
wird’s Holz fein säuberlich verlade;
vierzg Tonne sind kein Pappestil,
me charret d’Stämm wieder uf Wil !

 

Und jetzt stoht er, dä schöni Turm,
doch Max Forschter, du arme Wurm;
guet bisch nöd in Nörgelibau involviert,
dini Leerläuf heted d’FGW ruiniert !

 

Hu ä Lotsch !

 

Gaschtlichs Wil

Chunsch uf Wil du als Tourischt,
find’sch es sicher en huere Mischt;
im Zentrum, ich cha nüt defür,
isch s’Lebe würkli chaibe tüür !

 

 

Wötsch im Schwane go seiche go,
zahlsch defür 50 Rappe scho !
Au d’Pfifferaucher mached Schmutz,
für säb zahlsch nomol siebe Stutz !

Defür bim Freihof choscht s’Parkiere,
meh als s’Bier, das schloht uf d’Niere !
Me behandlet d’Gäscht nöd gad als VIP !
Für Fremdi drum en heisse Tipp:

 

Mir Wiler händ’s scho lang begriffe;
im Freihof chamer gratis schiffe,
und bim Schwane chasch au spare,
gratis stellsch döt ab din Charre !

 

Hu ä Lotsch !

 

Die unendliche Geschichte

„Es war einmal“, fangt s’Märli a,
d’Wiler wönd en Stadtsaal ha !
Vor langer Zyt, hät me en baut,
am Oertli und de HRS vertraut !

 

Sie baued sofort mit Routine,
am Bahnhofplatz e Prachts-Ruine;
une es Kino, obe en Saal,
doch s’üsser Bild, das isch fatal !

 

Chunsch vom Bahnhof, macht’s nöd froh,
häsch s’Gfühl du segsch z’Guantanamo !
Dä Bau isch ohni Glanz und Glitter,
rund um’s Vivace Gfängnisgitter !

 

 

So nimmt das Märli sin Verlauf
und s’Parlament ungern in Chauf:
Stadtsaal-Kredit, all Johr wird gnickt; 
echli saniert, drum ume gflickt !

 

D’Ruine mues me fertig baue,
mit de Türe heg’s nöd ghaue;
d’HRS, so händ’s mir gseit,
heg nu en Stei vor d’Höhli gleit !

 

De Liftmotor schient echli schwach,
au mit Beschatte isch’s e Sach !
Und das Johr, echli ungehalte,
mönd mir de Iigang umgestalte !

 

Und wenn sie nicht gestorben sind !
Die Lehren daraus, ich empfind:
„Ruinenbauer werden reich,
und wir sanieren halt den Seich !“

 

Hu ä Lotsch !


De Gaszähler

Im Chirchgässli, do stoht es Hus,
me beziet döt näbscht em Pfus,
wiä üblich zum Choche und für meh,
Gas vo de städtische TBW !

Ein Mieter döt obe rauft sich d’Hoor,
wenn d’Rechnig chunt viermol im Johr !
S’cha doch nöd si, frögt er sich duuch,
dass ich soviel Gas verbruuch !

 

Zuefällig mues weg ere Bagatelle,
de Junot bi ihm go s’Gas abstelle;
do chunt de Nochber und meint troche:
„Ich ha kei Gas, cha nüme choche !“
Das cha nöd si, das chas nöd geh !
De Junot telefoniert de TBW !
Zerscht händ’s döt en grosse Latz,
dänn chunt de Hilber uf de Platz !

 

Me suecht, me flueched während Stunde,
doch endlich isch de Fähler gfunde !
Dur de Zähler vo dem, wo d’Hoor sich rauft,
sit Johrzehnte s’Gas vom ganze Hus lauft !

 

Und bi däne dän, das hät mi depremiert,
isch nomol en TBW-Zähler montiert !
De Hilber luegt scho, dass de Lade lauft,
indem er s’glich Gas a zweine verchauft !

 

Hu ä Lotsch !

 

Fahrt im Neglische

S’ Kengelbachers, s’isch zum Schüsse,
tüänd gern de Sunntig Morge gnüsse !
Liecht bekleidet, findt’s d’Doris toll,
gern treit sie nu es Baby-Doll !

 

Au ihren Ma, wo jede kennt,
stoht uf so Dessous, transparent !
So tüänd am Sunntig sie entschwebe,
und gnüssed gmeinsam s’Ehelebe !

 

Doch während dem sie ihn betört,
wärded’s vo de Tochter gschtört !
Zum Suppe-Zmittag wött dä Fratz:
„Fahr mich bitte schnell is Pfazz !“

 

 

D’Doris tuet ere dä Gfalle,
holt s’Auto us de Autohalle;
fahrt dur’s Städtli ganz salopp,
doch unerwartet chunt en Stopp !

 

Bi de Migros, aber nei,
macht Kontrolle d’Polizei !
D’Doris mues sich echli spurte,
grifft verzieflet noch de Gurte !

 

Doch d’Schroter kenned s’Metiee:
De Füereruswiis wönd sie gseh !
Und ohni Gurt, dass git e Buess,
wo d’Doris jetzt halt zahle mues !

 

Ein Griff in Sack, sie trifft de Schlag,
kein Mantelsack, kein Geldbetrag !
Sie treit bi sich nu di wiibliche Waffe;
isch halbe nackt, do gsehsch zwe gaffe !

 

Doris, häsch di z’fescht lo stresse,
drum de Mantel glatt vergesse !
D’Schroter, verzückt, händ kei Buess geh,
lueged lieber nochli dur’s Neglische !

 

Hu ä Lotsch !

 

De Nörgeli-Bauer

De Bruno Burger, nei aber au,
isch worde Chef vom Nörgelibau !
D’Nüner befehled dem arme Wurm:
Du bausch für üs de hölzig Turm !

 

 

Er nimmt sich dere Sach rasch a,
macht sich gad as Plane dra;
zerscht hät er wölle echli studiere,
um spöter speziell z’brilliere !

 

En Nörgeli, isch sin Gedanke,
mues en Chline si, en Schlanke !
Wär er gross, tuet er erwäge,
würd me ihm jo „Nörgel“ säge !

 

So baut me chli, noch sine Plän,
und worum ich das erwähn:
Am Umzug händ all Sörgeli,
sie froged noch em Nörgeli !

 

Das winzig Türmli, s’isch en krasse, 
würd guet an Chinder-Umzug passe !
Und statt z’brenne über Stunde,
glüet s’Türmli nu gad zäh Sekunde !

 

Hu ä Lotsch !

 

D’SIFA im Grössewahn

D’Sirnacher, ich heet druf tippt,
händ de Oberschnorri-Aalass kippt !
Es segi schwer, tönd sie sich winde,
geeigneti Kandidate z’finde !

 

S’letscht Johr üsen Präsi, de Bescht,
heg ihne grad no geh de Rescht !
Defür tönd’s neu jetzt d’Werbig plane,
mached überall Reklame !

 

Europawiit gsehsch Ins