Bulle

-2016-

Hüt am Gümpelimittwoch Obed,
wo überall scho d’Fastnacht tobed, 
und öppe eine s’Gwüsse ploged, 
will er sich z’wiit uf’s Glattis gwoged,
erklär ich wieder eimol meh, 
im Name vo de FGW,
de Wiler Bögge gross und chli:
Offiziell söll si hüt eröffnet si!


Huh ä Lotsch!
 

Als Herold isch es mini Pflicht, 
z’verläse de närrisch Johresbricht; 
drum, ihr liebe Wiler Narre, 
fahr ich öppe eim an Charre!

 

Im erschte Vers,
hüt kenni nüt,
brüskieri grademol di eigne Lüt:

 

S‘Fasnachtsbuech
Nöd erscht sit hüt umgarnt en Fluech,
d'Produktion vom Wiler Fastnachtsbuech.
Es isch d'Wohrheit,
nünt gits z'Mucke,
zerscht hettmers günstig im Usland wöle drucke.
Am End gohts aber as Lokalgwerb – und gsehnder,
duresetze cha sich eimol meh de Zehnder.

 

Damits nöd Ladehüeter wird und d‘Kasse nöd mues liide,
hettmer mitme Verein es genials Päckli chöne schmiede.
So tüend d'Wiler Kunst & Museumsfründ e grossi Uflag poschte,
allerdings für de halbi Priis wo d'Herstellig eigentlich tuet choschte.
Als wär das nöd gueg,
gemäss Budget wär de Fall jo klar,
verlanget d’Autore im Nochhinein au no es höchers Honorar.
So schints mir,
i hoff i storchere nöd inere Wunde:
d‘Mathematik het de Peter Ruckstuel nöd erfunde!

 

Au noch de schräge Deals und dubiose Intrige,
het d'Vernunft bis hüt nöd chöne obsiege.
Öppe eim dient „Fastnacht in Wil“,
offebar als emotionals Ventil.
Denn um de Präsident,
de Nünerrot und um d’Autore,
ghörsch immer wieder Grücht rumore.
Die Stritgüggel tüend sich nöd verschone,
chönntsch meine s'gäng um Millione!

 

Ihr hends sicher durs Busch-Telefon vernoh,
de Benno und de Peter Ruckstuel heget jetzt en Awalt gno.
Wönd d'FGW vo de Richter zitiere,
sich i de Öffentlichkeit mit Awält duelliere,
aber de Peter tuet sich nöd geniere,
sich trotzdem a jedem Alass brav im Tenue rot präsentiere.

 

I dem Fall gits aber nöd viel z'diskutiere,
mir lönd üs vo fremde Richter nünt diktiere.
Über Recht und Unrecht – i üsere Monarchie – das isch glasklar,
entscheidet niemer anderscht als üses Prinzepaar!


Huh ä Lotsch!
 

Dä Sulzer und de brennend Busch 
Advent, Advent, es Liechtli brennt,
en Spruch wo au de Stadtrot Sulzer kennt.
Es isch bekannt,
nöd nur am Stammtisch,
de Dario hets au gern romantisch.
Baschtlet us Töpf und Aluminium,
en Outdoor-Adventschranz für nebet s'Granium.

 

Endlich fertig und voller Stolz,
montiert er das Teil an Gartehaag us Holz.
Doch die herrlich lüüchtend Pracht,
het sich gänzlich unbewacht,
irgendwenn zmitzt i de Nacht,
plötzlich achli selbstständig gmacht.
Useme chline Flämmli,
Füürio und Halleluja,
wird en brennende Busch us Thuja!

 

De Rescht vo dere Gschicht,
me chas erahne,
es Fiasko tuet sich schnell abahne.
So luut,
s'tuet jede Tüüfschlof störe,
chasch im ganze Südquartier d'Sirene ghöre.
Zum Glück het en Füürwehrisatz i de Nacht,
dem gföhrliche Brand de Garaus gmacht.

 

Dario, me weisses doch,
i cha da nöd verstoh,
söttsch über d'Nacht nie Cherzli brenne loh.
Wenigschtens hesch erreicht eis Ziel,
De Herold und de brennend Busch
ernennet dich zum Moses vo Wil!


Huh ä Lotsch!
 

Fütbül Clüb
Noch turbulente Zite für de FC Wil,
sind d'Finanze wieder chli stabil.
Zerscht viel Erfolg,
denn grosse Zoff,
hemmer gha mitem Investor Belanow.
Und jetzte, wieder eimol meh,
chasch de FCW als Sorgechind i d'Arme neh.

 

Zerscht folgt e churzi Information,
denn di türkisch Invasion.
D'Investore vo de MNG hend grossi Plän,
sorget au für Skepsis bi öppenme Fan.
Ghörsches vo de Oberstöhner,
bald gäbs kei Würscht me,
nur no Döner!
Und au de Blick het,
isch jo klar,
de Fütbül Clüb uf sim Radar. 

 

Noch wilde Gschichte,
Spott und Hohn,
chunnt si immer nöcher d'Sensation.
Usere Horde Ego-Spieler,
teilwiis ziemli dreischt,
entwicklet sich scho bald en Mannschaftsgeischt.
Und wotts sportlich nöd so laufe,
tuetmer sofort gueti Spieler chaufe.
Wie Bayern-München,
wo s'Portemonnaie halt locker sitzt,
hettmer am Leader Lausanne di beschte Spieler weggstibitzt.
Wil erreicht de zweiti Rang,
de Gegner wirds bald Angst und Bang.

 

D'Hoffnig stigt,
fangsch scho a halluziniere,
nögscht Johr tüemer de FCSG 12:3 abserviere!
Und 2018,
bi scho am plange,
chömmer Barcelona im Bergholz empfange.
Spötestens 2019,
also i drü Johr,
machemer denn de Champions League Sieg wohr!

 

Me cha nur hoffe s'Blatt täg sich nöd wende,
süscht chönnt di ganzi Gschicht wie letscht Mol ende!


Huh ä Lotsch!
 

Beda. Mit Sicherheit.
Sowohl sis Alter als au s'Budget hend höchi Zahle,
so kandidiert de Beda Sartory a de Nationalrotswahle.
Mit sim Wüsse i Sicherheitsfroge wotter imponiere,
fürs Foti extra sini graue Hoor mol wieder schamponiere,
sich als Kronfavorit vo de Frauewelt inszeniere,
und mitme starche Wahlkampf sini Konkurrenz desillusioniere.

 

En Slogan hetter,
so heiss fascht wie Risotto, «Beda. Mit Sicherheit.» isch sis Motto.
Doch s'Konzept isch nöd nur nöd ganz usgegore,
nei, es bütet au no ernsti Gfohre!
En riesige Chopf mit melonegrosse Linse,
tuet über de Jupiterkreisel abegrinse.
De Polizischt gsehts, rüeft
«Gopfertori, do hanget jo de Alt-Stadtrot Sartory!»

 

So mues d'Polizei schnell interveniere,
die Blache als Gfohr für d'Sicherheit deklariere,
en Isatz vo Beamte organsiere,
und bevor öppis schlimmers cha passiere,
de Riese-Sartory wieder demontiere. 

 

S'Fazit:
Angst ha müend mir brave Wiler,
nöd nur vor Grabscher,
Schläger oder Drogedealer.
Di gröschti Gfohr isch,
wiit und breit,
de Beda. Mit Sicherheit!


Huh ä Lotsch!
 

Apropos Sicherheit,
do bruchsch scho fascht en Helm,
z'Wil isch denn no öppe ein en Schelm:

 

Wiler Schelm
De Reimann und de Böhi tüend sich überhaupt nöd ziere,
sich i de Zitig als ÖV-Retter inszeniere.
Doch jede weiss,
zum do no wöle wirke und bewahre,
isch de Zug scho lang abgfahre!

 

Als Krönig,
zum de Artikel illustriere,
tüends mediewirksam uf de Gleis posiere.
Kei Überraschig,
postwendend isches gscheh,
s'git e Azeig vo de SBB!

 

De Lukas ziet sich gschickt us dere Krise,
cha uf sini nationalrötlich Immunität verwiise.
Als Politiker hettmers halt feudal,
isch für d'Richter glatt fascht wie en Aal.

 

Doch au imene Fotoshooting-Ghetz,
verlangtmer vo allne Bürger Respekt vor üsne Gsetz.
Noch dem Vorfall plus Schmitt und Bösch,
me nimmt Notiz,
bi de SVP Wil het no öppe ein Problem mit de Justiz.

 

Halb so wild,
me macht sich nur en chline Gpass,
nur kei Angst, me hetten jo,
de Schwizer Pass!


Huh ä Lotsch!
 

Au d'FDP verhaltet sich nöd optimal,
gönd mitme verurteilte Spitzekandidat i d'Kantonsrotswahl.
A de Stammtisch nimmtmer devo Kenntnis,
zeigt für de Parteientscheid gar keis Verständnis.
Me frögt sich,
hend die für üs Wähler null Sensore?
Oder eifach de Verstand verlore?
Jänu jetzt weisch,
tuesch s'Volk mol um Millione prelle,
chasch uf de voll Support vom Freisinn zelle!


Huh ä Lotsch!
 

De Herold wott nöd eisiitig Stimmig mache gell,
aber vo de andere Wiler Parteie isch halt niemer kriminell.

So ischmer bi de SP immer lieb und nett,
au wemer mol e anderi Meinig het.
Fründlich und ruhig wird diskutiert und es wird nume brüllt,
wenn de Präsident voll düretrüllt.
De Kilian Meyer cha nämlich wüete wie es wilds Karnickel,
aber nur bim Thema Partizipationsartikel.
Zuedem hend SP Exponente,
frech und ungeniert,
ihri Wahlplakat direkt a d'Rossrüter Ortstafle montiert.
Au d'Wirtin vom Schiff isch sauer,
denn si glaubt,
de Sulzer hegi für de Bergholzspielplatz ihri Piratedeko graubt!


Huh ä Lotsch!
 

Di gschiteret Stadtübernahm
Scho Fascht es Lebe lang wird engagiert,
für d'Narre d'Fasnacht organisiert, ihr wüsseds,
d'FGW hets kommuniziert, si wird das Johr pensioniert. 
65 Johr sinds, i has extra kontrolliert,
doch trotz hochem Alter wird no lang nöd kapituliert!
Immer am Gümpelimittwoch wird d'Stadt annektiert,
s'Rothus mit de Wiler Tüüfel infiltriert,
und bis am Aschermittwoch,
vom Prinzepaar regiert.

 

D'Übergob im Rothus het e langi Tradition,
bis hüt, do hauts de Prinz fascht abem Thron.
De Stadtrot, i glaub jetzt sinds total uf Strohrum,
verkündet i de Wiler Fastnachtsgschicht es Novum:

Lang und breit hends üs belehrt,
de Zuetritt is Rothus blibt das Johr verwehrt!
De Grund chasch fascht nöd glaube, doch isches wohr,
bim Gümpele herrschi akuti Isturzgfohr!
Ihr Stadtröt, verzelled üs doch nöd e sonen Schmarre,
s'Rothus isch jo au de Rescht vom Johr voll Narre!

 

D'Moral vo dere Gschicht,
wies leider isch de Trend,
s'git eimol me keis Happy End.
So dörf s'Prinzepaar,
s'tuet jedem Fastnachtsherzli weh,
statt d'Stadt das Johr nur s'Kirchplatzschuelhus überneh.


Huh ä Lotsch!
 

Es paar Churzi
Me weiss,
de Michi Hasler vo de Oberstufe Sunnehof,
find s'Kathi schono ziemlich doof.
Tuet bi Schüelerschaft,
bi Müetere und Vättere,
öppe geg privati Schuele wettere.
Doch plötzlich hetter gnueg vom ganze Chueche,
Alles goht grad ziemlich schnell,
de Sunnehof mues en neue Schuelleiter sueche.
abem Summer heger scho e neui Stell.
Debi het er doch, motiviert,
sini Schuel z'Wil guet positioniert.
De Abschied fallt ihm schwer,
er seits, die neu Stell heg aber au sin Reiz.
En fade Bigschmack tuet die Gschicht begleite,
de Michi Hasler wird künftig als CEO e Privatschuel leite!


Huh ä Lotsch!
 

Zum d'Tierwelt schone und d'Rueh chli gnüsse,
organisiered d'Schütze jedes Johr es Winterschüsse.
Wie immer isch debi e ganzi Horde
Gäscht us Politik und Gsellschaft iglade worde.
En glungne Alass, s'wird au en feine Znacht serviert,
Ali zfriede, nur de Röbi Signer isch fruschtriert.
Di meischte, au üsi Stadtpräsidentin,
hend mit Erfolg,
bedütend me Pünkt als de Oberschütz bim Schüsse gholt.
De Grund defür, das passiert de meischte nöd mol bsoffe,
de Präsident vo de Schütze het e fremdi Schibe troffe!
Röbi Signer, muesch di nöd geniere,
d'Frau Hartmann tuet dir gern es Nohilfestündli offeriere!


Huh ä Lotsch!
 

Jetzt gilts ernscht,
d'Überraschig isch glunge, 
ali Stadtagstellte werdet zumene Kürsli zwunge.
Obligatorisch, das gilts z'akzeptiere,
müends es netts Lächle und Fründlichkeit trainiere.
So werdet ali au es bizli waiser,
denn i de Stadt Wil, do isch de Bürger Kaiser!
Immer fründlich si zu ihrne Chunde,
und allne lecke, ihri Wunde.
Nützts nünt, schads nünt,
aber mini Stirn macht Runzle,
bringtmer so de Christoph Sigrist würklich mol zum Schmunzle?


Huh ä Lotsch!
 

De Stadtsaal segi zwenig guet positioniert,
drum wird e Werbeagentur engagiert,
me het mol schnell hunderttuusig Franke investiert,
und churz druf abe s'Resultat präsentiert.
De Stadtarchivar, de lacht sich halbe chrumm,
usem Stadtsaal wird s'WilAtrium!
De Werner Warth üs per Leserbrief belehrt,
historisch isch das nöd z'begründe,
z'Wil heged d'Römer nie verchehrt,
me söll de Agentur schnell chünde!
Wobi, es bizli d'Römer imitiere,
für das wör ich jetzt no votiere.
Statt d'Lüt mit böse Sprüchli z'nerve.
chönntmers denn direkt am Leu zum Frass vorwerfe!


Huh ä Lotsch!
 

Wenn d'Susanne Hartmann mol wotsch gse,
tuet si sich gern Zit für dich neh.
All paar Wuche chasch zu ihre go,
dich am „offne Ohr“ ablose loh.
Döt chasch all din Fruscht bekunde,
über ali dini Aliege und di offne Wunde.
Si git dir Tipps und hilft denn gern,
urteile lit am Fräulein Stapi fern.
Susanne, bisch zu keim bessere Name cho?
Mit dim „offne Ohr“ wöri glaub emol zum HNO!


Huh ä Lotsch!
 

Bi de WIPA gits paar schrägi Gstalte,
die heget sich es «Huustier» ufem WC ghalte.
Nochem erledigte Gschäft wäscht ein no sini Flosse,
hettmer vo usse d'Türe schints abbschlosse.
Bald ghörschen us de Garage-Toilette schreie,
me söll ihn endlich mol befreie!
De VgT-Kessler tuet nöd interveniere,
mues sich uf de Stadtrot Zunzer konzentiere. 
Bimene Mensch, sitzend uf de WC-Schüssle,
chönntmer scho au über d'Einzelhaltig rüssle.
Immer wieder versuecht de Gfange mitem Telefon, 
hilf z'erreiche i dere verzwickte Situation.
Noch mehrere Stund isch d'Polizei denn aber cho,
und het de Toni Brunner endlich use loh!


Huh ä Lotsch!
 

S'Rudenzburg Fasnachtszelt,
es isch bekannt,
isch jetzt fescht i Bronschhofner-Oktoberfest-OK-Hand.
De Michel Staubli hett sich um d'Nochfolg beworbe,
doch de Traum vo de Übernahm isch wegem Stadtrot gstorbe.
Noch afänglichem Fruscht fangt üsen Monarch scho bald a taue,
us sim Stivai-Hüsli tueter en Hexechessel baue,
Und üsen Prinz – als Adlige hettmer jo de Chlotz,
eröffnet bim Viehmarktplatz es eigets «Zelt» zum Trotz.
S'Thema Hex, do hani lang drüber grüblet und gstudiert,
Prinz Michel säg ehrlich,
weles Behördemitglied het di zu dem Thema inspiriert?


Huh ä Lotsch!
 

Und jetzt a ali s’Kompliment, 
wo hüt es Bulle-Versli händ, 
denn jede weiss doch wo vom Fach, 
do drin z’stoh isch doch Ehresach!
Wie immer wird sie usegeh, 
vom Herold vo de FGW.
Huh ä Lotsch!

 

Michael Sarbach, Herold FGW